Wir räumen mit den Elektroauto Vorurteilen auf
-
Admin -
November 20, 2019 at 9:55 AM -
8,948 Views -
2 Comments
Sind Elektroautos, also der Elektroantrieb zusammen mit Autobatterie Technologie zukunftsfähig oder, wie es viele Kritiker sehen, eine Fehlentwicklung in die falsche Richtung?
Ich möchte diesen Beitrag dazu nutzen, um über das Thema Elektromobilität zu sprechen und zu diskutieren. Es gibt ja ganz viele Menschen, die Elektroautos für nicht zukunftsfähig halten. Sie regelrecht verteufeln. Ich frage mich dabei immer nur WARUM? Folgendes liest man immer wieder:
- Elektroautos (EV) sind Umweltschrott. Viel SpaĂź beim Entsorgen.
- EV können nicht die Technologie der Zukunft sein
- EV sind schlecht fĂĽr die Umwelt
- EV werden sich nicht durchsetzen
- EV haben eine unbrauchbare Reichweite und das Laden dauert ewig. Und ĂĽberhaupt gibt es nicht genug Steckdosen in Deutschland um alle aufzuladen.
- Wenn alle Elektroautos ĂĽber Nacht zusammen geladen werden, dann wird das Stromnetz zusammen brechen
Da frag ich mich immer warum solch absurde Vorurteile sich so hartnäckig halten?
Folgendes spricht aus meiner Sicht fĂĽr EV als ERSATZ fĂĽr die Verbrenner Technologie:
- Ein EV unterscheidet von einem klassischen Verbrenner hauptsächlich nur durch die Batterie und dem Motor. Während Elektromotoren ohne Wenn und Aber das Vielfache von einem Verbrenner Motor aushalten, lässt sich die Autobatterie auch nach dem Leben im Auto für sehr vieles zweckentfremden und somit weiterverwenden. Warum sollte das dann Umweltschrott sein? Zudem lässt sich auch eine Batterie wiederverwerten
- Im Vergleich zum Verbrenner Motor, stößt ein Elektromotor keine Abgase ab. Auch die Energiequelle ist ohne Ende da. Strom gewonnen durch Sonne, Wind und co. wird immer da sein. Und wenn man nachts den Strom aus einem Atom Kraftwerk tanken muss, dann ist das nur ein Anteil, ein sogenannter Strom-Mix. Dagegen muss Benzin/Diesel aufwändig gewonnen, hergestellt und über mehrere Tausend Kilometer transportiert werden. Noch dazu führt die Menschheit seit über 100 Jahren immer wieder Kriege wegen dem ÖL.
- EV ist bereits die Technologie der Zukunft. Schaut man sich China, Norwegen und co. an, zeigen die Länder doch schon jetzt, was Zukunft ist. Und zwar sind es strombetriebene Autos. EV sind doch nur wegen den Autoherstellern so spät dran. Diese Technik hätte sich heute schon durchgesetzt, wäre man vor mindestens 10 Jahre zusammen mit Tesla den EV Weg gegangen. Das es technisch geht, hat nicht nur Tesla Anfang 2010 gezeigt, sondern auch BWM Anfang 1991 mit dem ersten BMW E1, oder sogar noch früher. Schon 1972 gab es einen BMW 1602e.
- Geringe Reichweite und lange Ladezeit ist auch so eine unfaire Argumentation. Während Verbrenner sich seit über 100 Jahren in der massiven Entwicklung befinden und immer noch nicht weiter als 1.000km pro vollen Tank kommen, schaffen es EV schon nach 10 Jahren durchgehender Entwicklung 500km am Stück zu fahren. Stellt euch vor, was in den nächsten 10 Jahren sein wird. Ich bin mir zu 100% Sicher, dass man schon in den nächsten Jahren an den 1.000km an Reichweite kratzen wird und das Aufladen wird ebenfalls keine 20 Minuten dauern für 300-400km an Reichweite. Die ersten Autos sind ja bereits da die das können. Z.B. Porsche Taycan.
- Das Argument, dass unser Stromnetz dafür nicht geeignet ist, die Last von vielen Ladevorgängen gleichzeitig zu stemmen greift ja auch irgendwie nicht. Man muss doch die Zeitspanne berücksichtigen bis wir 1.000.000 E-Autos und mehr haben werden. Bis dahin werden noch ein paar Jahre vergehen. D.h. auch die Netzbetreiber können ihre Netze aufrüsten.
- Und noch ein Punkt. Weil viele EV nicht als die klimarettende Lösung sehen. Was, wenn es das Klima gar nicht retten muss, sondern einfach nur eine alternative Antriebsart sein DARF? Auch ein mit Wasserstoff betriebenes Auto (Brennstoffzellenauto) wird das Klima nicht retten.
Was sagt eigentlich die Bundesregierung zu dem Thema Elektromobilität bzgl. Strom- und Ressourcenbedarf?
Ein Auszug aus dem aktuellen Papier des bundesministerium fĂĽr umwelt naturschutz bau und reaktorsicherheit
- Es gibt von den maßgeblichen Rohstoffen Lithium, Kobalt, Grafit und Nickel bei weitem ausreichend Ressourcen, auch für einen im globalen Maßstab weitgehenden Umstieg auf Elektroautos. Eine höhere Materialeffizienz, verstärktes Recycling und bei Bedarf auch Materialsubstitute können zudem dazu beitragen, Umweltauswirkungen zu mindern und Preisanstiege abzufedern.
- Es gibt bei weitem ausreichend erneuerbare Energien, um die gesamte deutsche Pkw-Flotte zu elektrifizieren. Allein der EE-Ausbau in Deutschland der vergangenen fünf Jahre wäre dazu ausreichend. Elektromobilität ist zudem die bei weitem energieeffizienteste Form für eine Energiewende, Sektorkopplung und Treibhausgasminderung im Verkehr.
- Das Stromnetz muss aufgrund der Belastungen durch Ladevorgänge durch Elektroautos perspektivisch angepasst werden, besonders auf Verteilnetzebene.
- Diese Anpassung wird in erster Linie ein „intelligenter werden“ bedeuten (sog. „Smart Grid“) und nur nachrangig kostenintensive Netzausbaumaßnahmen erfordern. Diese Entwicklung findet aufgrund der Energiewende im Stromnetz, insbesondere der Integration fluktuierender Einspeisung von erneuerbaren Energien, ohnehin statt.
- Auf Seiten der Elektrofahrzeuge und ihrer Ladeinfrastruktur ist die technische Umsetzbarkeit von Konzepten fĂĽr gesteuertes Laden in Feldversuchen gezeigt worden. Der regulatorische Handlungsbedarf ist identifiziert.
- Auf lange Sicht können Elektrofahrzeuge mit Rückspeisefähigkeit sogar ein stabilisierendes Element in einem intelligenten Stromnetz bilden. Die absehbaren Kosten für Netzausbau und Netzanpassung sind folglich überwiegend der Energiewende im Stromsektor zuzuschreiben. Möglicherweise bietet die bessere Auslastung eines künftigen „intelligenten“ Stromnetzes auf lange Sicht sogar das Potenzial zu einer Senkung von Netzentgelten.
Was meint ihr? Liege ich falsch oder eher richtig? Habt ihr weitere Pro/Contra Argumente?
Comments 2