FAQ
Mustang Mach-E
Wie bei jedem Computer "verschlucken" sich schon mal manche Module und der Mustang Mach-E macht seltsame, nicht nachvollziehbare Sachen. Jedes Mal bei einer Kleinigkeit die Werkstatt aufsuchen, ist fĂŒr alle Seiten sehr nervig und darĂŒber hinaus ziemlich kostspielig. Bevor man sich auf Reisen zu externer Hilfe macht, gibt es aber ein paar einfache Dinge, die man vorher selbst probieren sollte. Vielleicht hilft es ja.
- SYNC resetten
- LVB (12V-Batterie) fĂŒr 20-30 Minuten abklemmen - Dabei gehen keinerlei Daten verloren. Es mĂŒssen auch keine Wegfahrsperre neu aktiviert, oder SchlĂŒssel neu angelernt werden.
- OBD/F12 Auswertung
- BEZEL-Diagnose
- BMS-Reset
- Werksreset (ultima ratio)
<h2>F12-Methode</h2><p><b>Bitte beachtet, dass das anscheinend momentan nicht mit dem Chrome Browser funktioniert, sondern nur mit Edge und Opera (vielleicht Safari, da besteht aber keine Testmöglichkeit).</b><br><p>
UnverĂ€ndert funktionieren tut die "F12-Methode" noch in Edge und Opera, dort allerdings nicht per F12-Taste, sondern ĂŒber das Browser-Menu, dort "O" (=Opera) drĂŒcken, dann in der ausklappenden Liste "Entwickler" anwĂ€hlen, dann "Entwicklerwerkzeuge" wĂ€hlen.
Allgemein gilt, vorher die Startseite des Ford-Accounts aufrufen, noch keine Details anwÀhlen, nur den "Entwicklerbildschirm" aufrufen, die Reiter "Network" + "Fetch/XHR" + "Prewiew" aktivieren.<br>
Wenn sich der Entwicklerbildschirm aufgebaut hat (dauert paar Sekunden) im Ford-Account-Bildschirm die Details anwÀhlen, dann erscheinen im Entwicklerbildschirm nacheinander die altbekannten EintrÀge, unter Status z.B. die ZustÀnde der 12-Volt-Batterie.
Update-Status und detaillierte Sync-Version werden nicht mehr angezeigt.</p><br><p>
Wie das Ganze vielleicht mit dem MAC funktioniert, seht Ihr hier.</p><br><p>
Die Abfrage der PU-Version funktioniert bei den meisten hier (ford.com/support) oder hier (ford.com/software).</p><br><p>
Vielen Dank an dieser Stelle an Nitram , der unermĂŒdlich Vorstehendes entwickelte und stĂ€ndig als Spezialist fĂŒr die F12-Methode hier im Forum unterwegs ist.</p>
Hier eine Anleitung, mit der das System aus Auto, Ford-Account und verbundener Ford-App softwareseitig komplett zurĂŒckgesetzt werden kann, sofern es anderweitig unlösbare Software-/App-Probleme gibt, am besten vorher mit FFH / Ford RĂŒcksprache halten und sonstige Ursachen ausschlieĂen.
Entwarnung vorab: Bereits erfolgreich empfangene Updates werden dabei natĂŒrlich nicht zurĂŒckgesetzt!
Original-Anleitung Ford, Stand 2023: Master-Reset / Masterreset
Das Fahrzeug von Ihrer Ford App zu entfernen:
WÀhlen Sie dazu auf der Registerkarte Zuhause das Fahrzeug aus, das Sie entfernen möchten. Tippen Sie auf das Bild des Fahrzeugs, das Sie entfernen möchten. Tippen Sie auf die SchaltflÀche Fahrzeug entfernen. Es wird eine Meldung angezeigt, die Sie dazu auffordert, Ihre Anforderung zu bestÀtigen. Tippen Sie auf die SchaltflÀche Entfernen. Die Ford-App entfernt das Fahrzeug aus Ihrem Konto.
Den temporÀren Speicher / Cache Ihres Smartphones leeren:
Wenn Sie ein IOS- Smartphone (iPhone) haben:
- die Ford App von Ihrem Smartphone löschen
- den temporÀren Speicher/Cache ihres Smartphones leeren (dies geschieht durch Ausschalten und Neustart Ihres Handys automatisch)
- die App dann wieder herunterladen
Wenn Sie ein Android-Smartphone haben:
- die Ford App von Ihrem Smartphone löschen
- die App wieder herunterladen
- den temporÀren Speicher/Cache und Daten Löschen/Leeren
- Ăffnen Sie die Einstellungen auf Ihrem Smartphone und tippen Sie auf den Punkt "Apps" im Bereich "GerĂ€t".
- WĂ€hlen Sie die Ford App aus
- Tippen Sie hier auf den Punkt "Speicher"
- DrĂŒcken Sie auf "Cache leeren", um den Zwischenspeicher der App zu löschen.
Dann, fĂŒhren Sie eine allgemeine RĂŒcksetzung an Ihrem SYNC GerĂ€t im Fahrzeug durch:
Vergewissern Sie sich, dass Ihr Fahrzeug eingeschaltet ist (ZĂŒndung EIN ohne die Bremse zu drĂŒcken).
- Tippen Sie auf Einstellungen in der Funktionsleiste auf dem groĂen Bildschirm des SYNCÂź Systems.
- Tippen Sie auf Allgemein.
- Scrollen Sie nach unten bis zur Option Alles zurĂŒcksetzen und tippen darauf.
- Tippen Sie in der Popup-Meldung auf Weiter.
Dadurch werden die Werkseinstellungen fĂŒr SYNCÂź und das Ford Connectâą-Modem wiederhergestellt. Dabei werden alle vorgenommenen Ănderungen, darunter alle gespeicherten Daten, die Anrufliste, SMS, gekoppelte Bluetooth-GerĂ€te, Kontaktlisten und gespeicherte Orte gelöscht.
Nachdem die RĂŒcksetzung durchgefĂŒhrt wurde, öffnen Sie den Startbildschirm fĂŒr das Fahrzeug, um es zu aktivieren.
Fahrzeug aktivieren:
Nach dem Vorgang zum HinzufĂŒgen einer VIN fordert die Ford-Appâą Sie auf, Ihr Modem zu aktivieren. Anhand des Aktivierungsstatus, der auf der Registerkarte MobilitĂ€t angezeigt wird, können Sie ermitteln, ob Ihr Ford Connectâą-Modem aktiviert werden muss. Wenn Sie Ihr Modem aktivieren mĂŒssen. (Wenn Sie ein iOS-Handy nutzen, muss das Handy mit einem USB-Kabel mit SYNC verbunden sein. Bei einem Android Handy erfolgt die Verbindung ĂŒber Bluetooth):
- Tippen Sie auf die Registerkarte Zuhause.
- WĂ€hlen Sie auf der Startseite Ihr Fahrzeug aus.
- Tippen Sie auf Fahrzeug aktivieren
- Die App teilt Ihnen mit, dass Sie sich zu Ihrem Fahrzeug begeben mĂŒssen.
- Starten Sie Ihr Fahrzeug (ZĂŒndung AN mit dedrĂŒckter Bremse)
- Auf dem Fahrzeugbildschirm wird eine Meldung eingeblendet.
- Akzeptieren Sie die Popup-Meldung mit der AktivierungsbestÀtigung.
- Die App leitet Sie zurĂŒck zum Startbildschirm fĂŒr das Fahrzeug.
- Wenn Ihr Aktivierungsstatus "Erfolgreich" lautet, tippen Sie auf die Registerkarte Zuhause.
- Ăber Ihrem Fahrzeug werden die Fahrzeugsteuerungen angezeigt.
- Wenn Sie Ihr Fahrzeug erneut auswÀhlen, wird das Fernsteuerungs-Symbol neben dem Kurznamen Ihres Fahrzeugs angezeigt
- Schalten Sie das Fahrzeug wieder aus
Ein sehr funktioneller Dongle fĂŒr die OBD-Diagnose ist z.B. der Vgate vLinker MC+
Er ist fĂŒr alle gĂ€ngigen Hilfsprogramme, wie ABRP, Carscanner, Forscan, etc. geeignet. Sowohl fĂŒr iOS als auch Android, Bluetooth und WLAN. Nur eingeschrĂ€nkt fĂŒr FDRS und PTS (fĂŒr Modulupdates sind dann mehrere 100,- ⏠und weitere Hardware nötig)
- Software: Android/iOS-App CarScanner Pro ( u.a. SoH, 12V u.v.m.)
- Verbindungssicherheit (sehr wichtig, damit sich niemand unbefugt verbinden kann). Am Dongle ist ein kleines schwarzes Knöpfchen, was zum Verbinden gedrĂŒckt werden muss.
Stromsparmodus durch Standby (damit man den Stecker immer gesteckt lassen kann und die Batterie nicht leergesaugt wird
per Android Auto und Handy wird CarScanner auf dem groĂen Display abgespielt (alphanumerisch)wichtigste CarScanner-Werte erklĂ€rt:
- SoH HVB; Gesundheitszustand der Hochvolt Batterie (HVB)
- HVB Coolant Inlet; Temperatur der HVB
- HVB Voltage Module Variation; Hier sieht man ob man evtl. defekte Einzelzellen hat
- Exterior Temperature; AuĂentemperatur
- HVB age; Alter der HV-Batterie
- HVB SoC; LadekapazitÀt der HV- Batterie in %
- Energy; LadekapazitÀt der HV- Batterie in kWh
- HV EV Battery Power; Momentanverbrauch (wÀhrend Laden oder Regen negativ)
- 12V battery; Spannung an der LVB (low voltage battery - 12V-Batterie)
- 12V Battery SoC; LadekapazitÀt der LVB
Aufgrund des Moduldesigns des Mach-E gibt es eine sehr hohe Stromaufnahme vom 12V-Stromkreislauf bei der DurchfĂŒhrung von OTA-Updates und der DC/DC-Wandler zum Nachladen der LVB kann nicht laufen, um die Systemspannung aufrechtzuerhalten, wĂ€hrend Updates angewendet werden. Das bedeutet, dass die 12V-Batterie (LVB) fast voll sein muss, bevor ein OTA gestartet werden kann. Wenn die LVB nicht voll genug ist, kann es sein, dass sie wĂ€hrend des Updates völlig leer wird und dazu fĂŒhrt, dass Ihr Auto nicht mehr geöffnet werden kann (Sie mĂŒssen zur Werkstatt abgeschleppt werden, oder 12V auf das Kabel hinter der Abschleppöse geben, um den Frunk zu öffnen). Bevor das OTA startet, prĂŒft das System, wie viel Energie in Ihrer 12V-Batterie enthalten ist, und entscheidet, ob sie ausreicht, um den Installations- und ggf. Deinstallationsprozess abzudecken. Wenn dies nicht der Fall ist, schlĂ€gt das OTA ohne RĂŒckmeldung fehl und versucht es spĂ€ter erneut. Der beste Zeitpunkt, um Updates anzuwenden, ist also direkt nach langem Fahren des Autos (starten Sie sie manuell).
Der andere Faktor hierbei ist, dass die Ladekurve der 12V-Batterie nicht linear ist (e-Funktion). Dies hat mit der Kinetik der Blei-SĂ€ure-Batterie und den Spannungssollwerten im Ladesystem zu tun, als Ergebnis lĂ€dt die AGM-Batterie extrem schnell bis zu etwa 80 %, dann aber sehr langsam. Es kann bis zu 6 Stunden dauern, bis der Akku von 80 % auf 95 % aufgeladen ist, daher die langen Zeiten. Einige wenige Fahrzeuge verfĂŒgen auch ĂŒber eine veraltete BCM-Software, was zu Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung angemessener 12-V-Pegel beitrĂ€gt. AbhĂ€ngig von einer Vielzahl von Bedingungen möchte das BMS den Akku möglicherweise nicht viel ĂŒber 90 % SoC hinaus laden. FĂŒr OTA werden mindestens 80% SoC der 12V-Batterie (LVB) vorausgesetzt.
Bei eventuellem externem Nachladen der Batterie ist zwingend darauf zu achten, dass niemals beide Pole der Batterie verwandt werden, sondern das externe LadegerÀt am Pluspol der Batterie und am zentralen Massepunkt der Karosse angeschlossen wird. Ansonsten wird das BMS des Autos umgangen, was den Fehler nicht beseitigt.
Der Unterschied zwischen âABA-Auslagerungâ und âLöschen und Ersetzenâ wird hier erklĂ€rt. Folgende Module werden beim MME nicht OTA upgedatet und sollten manuell per FDRS in der Werkstatt upgedatet werden:
ACM, BCMC (BJB), BECMB, DSP, GSM, OCS-SteuergerÀt, RGTM, WACM
Wer darauf angewiesen ist und es machen muss, sollte von einer toten 12V-Batterie ausgehen und diese austauschen (nicht dringend, aber alsbald).
DrĂŒcke die START-Taste, ohne die Bremse zu betĂ€tigen, um den ACCESSORY-Modus einzuschalten. HINWEIS: FĂŒhre die kommenden Schritte in den nĂ€chsten 10 Sekunden aus:
Fernlicht mit dem Hebel 5x betĂ€tigen, dann Bremspedal 3x drĂŒcken
das Batteriesymbol auf dem Kombiinstrument sollte 3x blinken, dann schalte das Auto aus und öffne die FahrertĂŒr
Wenn das Batteriesymbol nicht blinkt, hast Du die Schritte 2 und 3 möglicherweise zu schnell oder zu langsam ausgefĂŒhrt. Versuche es erneut mit einer Kadenz von einer Sekunde
An der B-SĂ€ule des Mustang Mach-E befindet sich ein PIN-Pad zur schlĂŒssellosen Bedienung. Das PIN-Pad wird zur Bedienung des Fahrzeugs mit einer Geheimzahl verwendet.
Bei jeder Aktion den persönlichen oder den werkseitigen fĂŒnfstelligen Code eingeben, dann:
+ 3-4 unlocks all doors
+ 5-6 unlocks the trunk
+ 7-8 unlocks the frunk
Die Taste mit dem Schloss-Symbol verriegelt das Auto wieder komplett. Auch verriegelt der Code 7-8 und gleichzeitig 9-0 alle TĂŒren
Bei spezifischen Problemen können andere Mitglieder gezielt helfen, sofern grundlegende HintergrĂŒnde zum Auto bekannt sind. So ist dort mindestens die genaue Modellvariante, die installierte SYNC-Version sowie die Softwareversion erforderlich. Die Signatur ist auf 500 Zeichen begrenzt, kann aber durch "Spoiler" mehrfach erweitert werden. Diese "Spoiler" können erweiterte Informationen (z.B. Updatehistorien) enthalten.
Signatur am PC/MAC Àndern:
- Auf das eigene Logo oben rechts (Kontrollzentrum) klicken
- Auf âBenutzerkonto verwaltenâ klicken
In der linken Navigationsleiste auf âSignaturâ klicke
Um einen einfachen Zeilensprung zu erzeugen (ohne zusĂ€tzliche Leerzeile) einfach die Shift-Taste festhalten und Enter drĂŒcken. Editorfenster wie gewohnt ausfĂŒllen und auf âAbsendenâ klicken
Signatur am Handy Àndern:
- Handy im Hochformat halten
- Auf das eigene Logo oben rechts (Kontrollzentrum) tippen
- Nochmals auf das eigene Logo oben links tippen
- Oben mittig auf âNavigation anzeigenâ tippen (sehr unscheinbarer Link)
In der linken Navigationsleiste auf âSignaturâ tippen
Editorfenster wie gewohnt ausfĂŒllen und auf âAbsendenâ tippen
Hinweis: Die Signaturen sind generell nur im Querformat auf Handys sichtbar (auĂer beim ausgeklappten Z-Fold und bei Tablets. Je nach Einstellung muss zusĂ€tzlich auch der Zoomfaktor verkleinert werden).
Beispiel fĂŒr eine aussagekrĂ€ftige Signatur:
- Modell; Erstzulassung; Produktionsdatum
- SYNC-Version_PRODUCT Rev. XXXX; neuestes OTA-Update
- Android oder iOS, Ford App-Version (mit oder ohne PaaK)
- Navi Karten-Version; Navigations-Software; BlueCruise-Software und Version
- zusÀtzliche Hardware, wie OBD-Dongle, Wallbox, PV
- "Spoiler" mit der Updatehistorie
đ§ Wie effizient ist eine WĂ€rmepumpe im Auto â im Sommer und Winter?
Grundprinzip
Eine WÀrmepumpe im Elektroauto ist kein zusÀtzliches GerÀt, sondern basiert auf dem gleichen KÀltemittelkreislauf wie die Klimaanlage. Sie ersetzt eine AirCondition zu 100%.
Der Unterschied:
- Klimaanlage â entzieht dem Innenraum WĂ€rme und gibt sie nach auĂen ab (reines KĂŒhlen).
WĂ€rmepumpe â kann den Prozess umdrehen, also WĂ€rme von auĂen ins Fahrzeug pumpen (Heizen).
Damit ersetzt sie fast vollstÀndig die klassische elektrische Heizung.
âïž Effizienz im Sommer (KĂŒhlen)
Im Sommer arbeitet die WĂ€rmepumpe praktisch wie jede Klimaanlage.
Sie hat:
COP (Coefficient of Performance) â 2â4
â Aus 1 kW elektrischer Energie werden 2â4 kW KĂŒhlleistung.Warum nicht besser?
Weil beim KĂŒhlen die Temperaturdifferenzen zwischen Innenraum und AuĂenluft im VerhĂ€ltnis kleiner sind und keine âgratisâ WĂ€rme aus der Umwelt genutzt werden kann.
Kurz gesagt:
âĄïž Im Sommer hat die WĂ€rmepumpe keine nennenswerten Vorteile gegenĂŒber einer normalen Klimaanlage.
Sie ist einfach die Klimaanlage ansich.
âïž Effizienz im Winter (Heizen)
Hier spielt sie ihre StĂ€rke aus. Im Gegensatz zu reinen elektrischen HeizwiderstĂ€nden (COP = 1, d.h. angenommen ohne Verluste) kann die WĂ€rmepumpe AuĂenwĂ€rme nutzen.
Typische Werte:
Temperatur > 0 °C
- COP â 2,5â3,5
â 1 kW Strom macht bis zu 3,5 kW Heizung.
Temperatur â5 °C bis â15 °C
- COP â 1,5â2,5
Temperatur unter â20 °C
- COP teilweise < 1,5, manche Systeme schalten ab und verwenden HeizwiderstÀnde.
Echter Verbrauchsvorteil:
- Fahrstrom-Ersparnis im Winter: 20â40 %
- Reichweitenvorteil bei EVs: oft +10â25 % gegenĂŒber Fahrzeugen ohne WĂ€rmepumpe.
đ Wie arbeitet eine Auto-WĂ€rmepumpe im Detail?
Der Kreislauf besteht aus:
- Verdichter (Kompressor)
Komprimiert das gasförmige KĂ€ltemittel â es wird heiĂ. - VerflĂŒssiger (Condenser)
Gibt WĂ€rme an den Innenraum oder Akku ab â KĂ€ltemittel verflĂŒssigt sich. - Expansionsventil
Druck fĂ€llt â KĂ€ltemittel wird sehr kalt. - Verdampfer
Nimmt WĂ€rme aus AuĂenluft auf â KĂ€ltemittel verdampft.
Besonderheiten im Auto:
- Viele Fahrzeuge nutzen mehrere WĂ€rmetauscher (Innenraum, AuĂenluft, KĂŒhlkreislauf des Akkus).
- Moderne Systeme können WÀrme aus dem Motor/Antriebsstrang nutzen, was die Effizienz stark anhebt.
- Umschaltventile ermöglichen verschiedene Betriebsmodi (Heizen, KĂŒhlen, Akkutemperierung).
â Ersetzt die WĂ€rmepumpe die Klimaanlage komplett?
đ Ja â sie ersetzt sowohl Heizung als auch Klimaanlage.
Denn es ist ein einziger integrierter KĂ€ltemittelkreislauf, der:
- im Normalbetrieb kĂŒhlt wie eine Klimaanlage,
- im Winter die Richtung umdreht und heizt,
- zusÀtzlich Akku und Antrieb temperiert.
Ein separater elektrischer Heizwiderstand existiert bei EVs dennoch als Backup:
- fĂŒr extrem niedrige Temperaturen
- zur Startaufheizung
- fĂŒr schnelles Aufheizen
- fĂŒr Defrost, wo hohe Lufttemperaturen sofort nötig sind.
đ§Ÿ Zusammenfassung bis hierhin
â Gibt es ein Mehrgewicht durch die WĂ€rmepumpe â und wie hoch ist es?
Ja, eine WĂ€rmepumpe im Elektroauto verursacht ein Mehrgewicht, aber es ist relativ gering.
Typisches Mehrgewicht
Je nach Fahrzeughersteller und System unterschiedlich:
- â 10â25 kg bei den meisten aktuellen EVs (Tesla, VW, Hyundai, BMW, Mercedes)
- AusreiĂer bis ~30 kg bei besonders komplexen Systemen mit zusĂ€tzlicher Akku-Temperierung
Warum so wenig?
Weil eine WÀrmepumpe keine völlig zusÀtzliche Anlage ist. Sie nutzt: - den existierenden Klimakompressor,
- die bestehenden Verdampfer/VerflĂŒssiger, und
- nur zusÀtzliche Umschaltventile, und
- nur ein zweites Expansionsventil, und
- nur zusÀtzliche Sensorik.
Der gröĂte Teil der Hardware ist schon in jedem Fahrzeug enthalten (KĂ€lteanlage fĂŒr die Klimatisierung).
đŻ Was ist neu bzw. zusĂ€tzlicher Ballast?
ZusÀtzliche Teile im Vergleich zu einer reinen Klimaanlage:
- Reversier-Ventile (4-Wege-Ventil)
- Zweites Expansionsventil
- ZusÀtzliche Leitungen + Verrohrung
- ZusÀtzliche Sensorik
- Steuerlogik/Software (gewichtsneutral)
- ggf. zweiter kleiner WĂ€rmetauscher
Daher kommt das Mehrgewicht zustande.
đ§ź Ist das Gewicht relevant?
Praktisch kaum.
Ein WĂ€rmepumpensystem verursacht:
- weniger Mehrgewicht als ein normaler AnhÀnger-Kupplungssatz, oder
- weniger als ein Panoramadach, oder
- weniger als 20 % eines groĂen Akkumoduls
Der Effekt auf den Energieverbrauch ist daher vernachlĂ€ssigbar, insbesondere im Vergleich zum massiven Reichweitengewinn im Winter (oft +10â25 %).
đ„ Warum lohnt sich die WĂ€rmepumpe trotzdem stark?
Eine elektrische Widerstandsheizung frisst im Winter 2â7 kW Dauerleistung -> Reichweitenverlust bis zu -40 %
Eine WĂ€rmepumpe benötigt nur 0,7â2,5 kW fĂŒr die gleiche Heizleistung â das sprengt jeden Gewichtsnachteil.
đĄ EinschĂ€tzung & Fazit zum Gewicht
- Mehrgewicht der WĂ€rmepumpe beim Mach-E: Da keine konkreten Herstellerangaben vorliegen, ist eine prĂ€zise Zahl unsicher â aber es ist vernĂŒnftig anzunehmen, dass das Mehrgewicht im typischen Rahmen (10â25 kg) liegt, wie bei vergleichbaren EVs.
- Nutzen vs. Gewicht: Der Energiegewinn (insbesondere im Winter) ĂŒberwiegt den Nachteil des Zusatzgewichts deutlich â vorausgesetzt, man nutzt das Auto auch bei KĂ€lte regelmĂ€Ăig.
- Mach-E-spezifisch: Wenn du ein Modell von vor 2025 hast, hast du vermutlich keine WĂ€rmepumpe â das Ă€ndert stark das Effizienznutzen-Profil im Winter.
- FĂŒr Kaufentscheidungen: Wenn dir Winterreichweite wichtig ist, ist eine WĂ€rmepumpe (bei neueren Modellen) ein groĂer Pluspunkt, selbst wenn sie ein bisschen zusĂ€tzliches Gewicht mitbringt.
Warum bei Kurzstrecken der Wirkungsgrad schlechter ist
- Kalte Komponenten / Thermische TrÀgheit
Der Verdampfer, Kompressor, WĂ€rmetauscher und die Luft im Innenraum mĂŒssen erst auf Arbeitstemperatur kommen. Bis das System im thermischen Gleichgewicht ist, arbeitet die Anlage mit schlechterem COP (weniger WĂ€rme pro eingesetzter elektrischer Leistung). - HĂ€ufiges An- und Abschalten / kurze Betriebsphasen
Startphasen (Aufheizen, Enteisen, Entfeuchten) brauchen verhĂ€ltnismĂ€Ăig viel Energie. Bei vielen kurzen Fahrten treten diese Startphasen mehrfach auf. - VerhĂ€ltnis Heizzeit zu Fahrzeit
Auf kurzen Fahrten macht die AufwĂ€rmphase einen groĂen Anteil der Gesamtfahrtzeit aus â damit steigt der mittlere elektrische Energiebedarf pro km. - Backup-Heizer / Widerstandsheizung
Bei sehr niedrigen AuĂentemperaturen wird oft unterstĂŒtzend der elektrische Widerstand (PTC-Element) eingesetzt â das verschlechtert den Wirkungsgrad besonders auf kurzen Fahrten. - Akkutemperierung / Zusatzkreise
Akku-Temperierung kann auf Langstrecke effizient mit AbwÀrme kombiniert werden; das hilft auf langen Fahrten mehr als auf kurzen.
Numerisches Beispiel â Schritt fĂŒr Schritt (konkret, vergleichbar)
Annahmen (konservativ & typisch):
- Heizbedarf (thermische Leistung ins Fahrzeug): 2,00 kW
- Langstrecken-mittlerer COP der WÀrmepumpe: 3,00 (gute Betriebsbedingungen / nach AufwÀrmen)
- Kurzstrecken-mittlerer COP (durch hÀufige kalte Starts): 1,80
- Szenario A (Langstrecke): eine Fahrt 50 km mit 100 km/h â Fahrzeit = 50km Ă· 100km/h = 0,50 h (eine halbe Stunde)
- Szenario B (Kurzstrecken): 5 Fahrten Ă 10 km mit 30 km/h â Fahrzeit pro Fahrt = 10km Ă· 30km/h = 0,333333⊠h â Gesamt = 5 Ă 0,333333⊠= 1,666666⊠h
Jetzt rechnen wir die elektrische Heizleistung (P_elec = Heizbedarf Ă· COP):
Langstrecke:
- P_elec_long = 2,00kW Ă· 3,00 (COP) = 0,666666666periode6 kW (schreibe als 0,6667 kW)
Kurzstrecke:
- P_elec_short = 2,00kW Ă· 1,80 (COP) = 1,1111111111periode1 kW (schreibe als 1,1111 kW)
Energiebedarf fĂŒr die Fahrzeit (E = P_elec Ă Zeit):
Langstrecke:
- E_long = 0,6666666667 kW Ă 0,50 h = 0,33333333335 kWh
(also â 0,3333 kWh fĂŒr 50 km)
Kurzstrecke:
- E_short = 1,1111111111 kW Ă 1,6666666667 h = 1,851851851825 kWh
(also â 1,8519 kWh fĂŒr zusammen 5x10km = 50 km)
Energiemenge pro km:
Langstrecke (1Wh/km = 10 kWh/100km):
0,33333333335 kWh Ă· 50 km = 0,006666666667 kWh/km = 6,67 Wh/km
Kurzstrecke:
1,851851851825 kWh Ă· 50 km = 0,0370370370365 kWh/km = 37,04 Wh/km
Ergebnis: Bei unseren Annahmen verbraucht die WĂ€rmepumpe bei vielen kurzen Fahrten etwa 5,56-mal so viel Heizenergie pro km wie auf der Langstrecke (37,04 Ă· 6,67 â 5,56).
Vergleich: Sitzheizung vs. Kabinenheizung auf Kurzstrecken
Praktischer Trick: Sitzheizung ist sehr effizient fĂŒr kurze Fahrten.
Annahme Sitzheizung: 0,20 kW (200 W) pro Sitz.
Gesamtzeit Kurzstrecken (oben) = 1,6666666667 h
Energie Sitzheizung (ein Sitz, durchgÀngig):
E_seat = 0,20 kW Ă 1,6666666667 h = 0,33333333334 kWh â 0,3333 kWh
Vergleich:
- WĂ€rmepumpe (Kurzstrecken total) â 1,8519 kWh
- Sitzheizung â 0,3333 kWh
=> Sitzheizung spart auf Kurzstrecken sehr viel Energie gegenĂŒber dem Versuch, die ganze Kabine per WĂ€rmepumpe schnell aufzuwĂ€rmen.
Praxis-Fazit & Empfehlungen
- Langstrecke: WĂ€rmepumpe sehr effizient â erreicht besseren COP nach kurzer AufwĂ€rmzeit. Heizenergie pro km gering â ideal fĂŒr Autobahn/Tagestouren.
- Mehrere kurze Fahrten: WĂ€rmepumpe pro km deutlich weniger effizient. Wenn du viele kurze Fahrten hast, ist die WĂ€rme-/Energie-Bilanz schlechter.
- Was du tun kannst
- Vorheizen wĂ€hrend Laden (preconditioning): Wenn möglich, das Auto an der Steckdose vorheizen, wĂ€hrend es geladen wird â dann kommt die WĂ€rme nicht aus der Batterie. Sehr effektiv.
- Sitz- und Lenkradheizung verwenden statt voll zu heizen, besonders bei kurzen Wegen.
- WÀrmemodus/Eco-Heizung nutzen, falls vorhanden (reduziert GeblÀse/Temperatur, spart Energie).
- Fahrzeug in Garage parken (wenn möglich) reduziert KÀlte-Start-Penalty.
- Thermostat/Heizprofil bewusst einstellen: niedrigere Zieltemperatur + Sitzheizung oft effizienter.
- AuĂentemperatur-AbhĂ€ngigkeit: Bei sehr tiefen Temperaturen (< â15âŠâ20 °C) sinkt der COP stark â dann hilft die WĂ€rmepumpe weniger, und Zusatzheizungen laufen öfter. Trotzdem bleibt fĂŒr mittlere KĂ€lte (0âŠâ10 °C) der Vorteil groĂ â auf Langstrecke besonders. Bedeutet aber nicht, dass eine WP auf Kurzstrecken garnicht wirkt. Die Effizienz ist dort zwar auch spĂŒrbar, aber im VerhĂ€ltnis nicht so ausgeprĂ€gt.
Die Entwicklung von Speichermedien fĂŒr die ElektromobilitĂ€t ist eine Geschichte der Optimierung von Energiedichte, Sicherheit und Kosten. Dieser Bericht stĂŒtzt sich auf aktuelle elektrochemische Standardwerke (z. B. Winter & Brodd, Chemical Reviews) sowie aktuelle Publikationen des Fraunhofer-Instituts fĂŒr System- und Innovationsforschung (ISI). Wir betrachten nicht nur die Anwendung, sondern auch die zugrunde liegende Thermodynamik und Kinetik der Systeme. WĂ€hrend im 19. Jahrhundert die schiere Machbarkeit im Vordergrund stand, wird die heutige Massenproduktion von der Balance zwischen Reichweite und RessourcenverfĂŒgbarkeit dominiert, wĂ€hrend die Forschung nach dem âHeiligen Gralâ der Feststoffbatterie strebt.
1. Die Ăra der Pioniere des 19. Jahrhunderts
Lange bevor der Verbrennungsmotor dominierte, waren Elektroautos (EVs) am Ende des 19. Jahrhunderts MarkfĂŒhrer. Die Energiedichte war damals zweitrangig gegenĂŒber der grundsĂ€tzlichen ReversibilitĂ€t der chemischen Reaktion.
Der Blei-SĂ€ure-Akkumulator (Pb/PbO2)
Erfunden 1859 von Gaston Planté und 1881 durch Camille Alphonse Faure verbessert, war dies der erste industriell nutzbare wiederaufladbare Batterietyp. Er basiert auf der Disproportionierung von Blei-Spezies in SchwefelsÀure.
- Reaktion: Pb + PbO2 + 2H2SO4 wird zu 2PbSO4 + 2H2O
- Vorteile: Robust, sehr kostengĂŒnstig, hohe Strombelastbarkeit fĂŒr kurze Zeit (StartfĂ€higkeit)., einfache Rezyklierbarkeit (>95%).
- Nachteile: Extrem geringe gravimetrische Energiedichte (ca. 30-40 Wh/kg), extrem schwer, enthĂ€lt giftiges Blei. Die Bildung von Bleisulfat-Kristallen bei Tiefentladung fĂŒhrt zu irreversiblem KapazitĂ€tsverlust (Sulfatierung).
- Einsatzzweck: Erste kommerzielle EVs wie der Flocken Elektrowagen (1888) oder der Geschwindigkeitsrekordwagen La Jamais Contente (1899). Heute: nur noch als 12V-Bordnetzversorgung (Sicherheitsaspekt) oder in Nischen-Leichtfahrzeugen relevant.
Der Nickel-Eisen-Akkumulator (NiFe)
Um 1900 von Thomas Edison und Waldemar Jungner unabhÀngig entwickelt und optimiert, nutzt er einen alkalischen Elektrolyten (KOH).
- Vorteile: Fast unzerstörbar, unempfindlich gegen Ăberladung und Tiefentladung, keine thermische InstabilitĂ€t ("Thermal Runaway").
- Nachteile: Geringer Wirkungsgrad (ca. 50-60%), da beim Laden Wasser elektrolytisch zersetzt wird (Gasung), geringe Leistungsdichte, teurer als Blei.
- Einsatzzweck: FrĂŒhe US-Lieferwagen. Heute aufgrund der WartungsintensitĂ€t (Wasser nachfĂŒllen) fast verschwunden.
2. Der heutige Massenmarkt (Lithium-Ionen-Technologie)
Der aktuelle Markt wird fast ausschlieĂlich von Lithium-Ionen-Batterien (LIB) abgedeckt, wobei die Unterschiede in der Kathoden-Chemie liegen. Das dominierende Prinzip ist die Interkalation: Lithium-Ionen lagern sich in die Gitterstrukturen von Wirtsmaterialien ein, ohne deren Struktur dauerhaft zu zerstören.
NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) & NCA (Nickel-Kobalt-Aluminium) (Schichtoxide)
- Kathode: LiNixMnyCozO2 (NMC) oder LiNi0,8Co0,15Al0,05O2 (NCA).
- Chemie: Der Trend geht zu "High-Nickel"-Zellen (z.B. NMC 811), um die Kosten fĂŒr Kobalt zu senken und die KapazitĂ€t zu erhöhen.
- Vorteile: Höchste Energiedichte (200-280 {Wh/kg), maximale Reichweite bei geringem Gewicht, gute Kaltstarteigenschaften.
- Nachteile: Teures und ethisch kritisches Kobalt, Risiko des âThermal Runawayâ (Thermische InstabilitĂ€t bei BeschĂ€digung, Brandgefahr).Ab ca. 200°C setzt die Kathode Sauerstoff frei, was zur SelbstentzĂŒndung fĂŒhrt.
- Einsatzzweck: Langstrecken-PKW, Premium-Modelle (z.B. Tesla, VW, BMW, Ford).
LFP (Lithium-Eisen-Phosphat)
- Chemie: LiFePO4 mit Olivinstruktur. Die starke kovalente P-O-Bindung verhindert die Sauerstofffreisetzung.
- Eigenschaften: Mittlere Energiedichte (140-170 Wh/kg), aber stark steigend durch "Cell-to-Pack"-Designs.
- Vorteile: Enorm sicher (kaum brennbar), extrem langlebig (>3.000 Zyklen), kobaltfrei und gĂŒnstig.
- Nachteile: Niedrigere Spannungslage (3,2V vs. 3,7V bei NMC). Die LeitfĂ€higkeit ist gering, was durch Beschichtung mit Kohlenstoff kompensiert werden muss. Schwerer als NMC, LeistungseinbuĂen bei extremer KĂ€lte.
- Einsatzzweck: Standard-Range-Modelle, Massenmarkt, Einstiegsmodelle (z.B. Tesla Model 3 SR, VW ID.3 Basis, Ford), Stadtbusse., stationÀre Speicher.
3. Kleinserien und spezialisierte Anwendungen
Einige Batterietypen besetzen aufgrund spezifischer physikalischer Eigenschaften NischenmÀrkte.
LTO (Lithium-Titanat)
- Anode: Li4Ti5O12 anstelle von Graphit.
- Besonderheit: Es ist ein "Zero-Strain"-Material. Das Gitter dehnt sich beim Laden fast nicht aus.
- Vorteile: Extrem schnelles Laden (10C-Raten, d.h. in < 10 Minuten voll), extrem langlebig (bis zu 20.000 Zyklen), arbeitet bei -30°C, sicherste Li-Chemie.
- Nachteile: Sehr teuer, sehr geringe Energiedichte (ca. 70-100 Wh/kg).
- Einsatzzweck: Prototypen-Schnellladebusse im ĂPNV (Gelegenheitsladen an Haltestellen (Opportunity Charging)), Hybrid-FĂ€hren, schwere Industriemaschinen.
4. Die chemische SchlĂŒsselkomponente: Die SEI-Schicht
Ein kritischer Punkt bei allen Li-Ionen-Batterien ist die Bildung der Solid Electrolyte Interphase (SEI). Da der Elektrolyt auĂerhalb des thermodynamischen StabilitĂ€tsfensters arbeitet, zersetzt er sich beim ersten Laden an der Anode.
- Prozess: Es bildet sich eine passivierende Schicht aus Li2CO3 und organischen Polymeren.
- Bedeutung: Eine stabile SEI ist entscheidend fĂŒr die Lebensdauer. Ist sie instabil, verbraucht die Zelle kontinuierlich Lithium ("Capacity Fade").
5. Die Zukunft (Forschung & Pilotphasen)
In wissenschaftlichen Laboren und ersten Pilotanlagen wird an Technologien gearbeitet, die die Grenzen von Reichweite und Kosten verschieben.
Die Natrium-Ionen-Batterie (Na-Ion)
Physikalisch Ă€hnlich wie Li-Ion, aber Na+ ist gröĂer (1,02 Ă vs. 0,76 Ă ) und schwerer.
- Konzept: Nutzt das reichlich vorhandene Natrium (Salz) statt des knappen Lithiums.
- Status: Ăbergang von Prototyp zur Massenproduktion (erste Kleinwagen in Serie in China seit 2024, z.B. BYD Seagull/Yiwei).
- Vorteile: Natrium ist ĂŒberall verfĂŒgbar (Kochsalz). Aluminium kann als Anodenstromabnehmer statt teurem Kupfer genutzt werden.
- Potenzial: Fast so gĂŒnstig wie Blei-SĂ€ure, aber Leistungsklasse von LFP. Ideal fĂŒr gĂŒnstige Stadtautos (< 20.000 âŹ).
- Herausforderung: Graphit kann Natrium nicht gut aufnehmen. Es mĂŒssen spezielle "Hard Carbons" (ungeordnete Kohlenstoffe) entwickelt werden.
Die Feststoffbatterie (All-Solid-State Battery - (A)SSB)
Hier wird der flĂŒssige, brennbare Elektrolyt durch eine feste Keramik oder ein Polymer ersetzt.
- Status: Intensive Forschung (Toyota, QuantumScape, Samsung SDI). Probleme bereiten die GrenzschichtwiderstĂ€nde: Fest-zu-Fest-Kontakte ĂŒbertragen Ionen schlechter als Fest-zu-FlĂŒssig-Kontakte.
- Potenzial: Ermöglicht die Nutzung einer Lithium-Metall-Anode, was die Energiedichte auf >400 Wh/kg katapultieren wĂŒrde, Ladezeiten von 10 Minuten, absolute Brandsicherheit. Massenmarkt erwartet ab ca. 2028â2030.
- Einsatzzweck: ZukĂŒnftiges High-End-Segment (ab ca. 2028).
Lithium-Schwefel (Li-S)
- Potenzial: Extrem leicht, theoretische Energiedichte von >500 Wh/kg, Schwefel ist Abfallprodukt und billig..
- Konzept: Schwefel als Kathode, Lithium-Metall als Anode.
- Problem: Der "Polysulfid-Shuttle". Schwefel löst sich im Elektrolyten auf und wandert zur Anode, was die Zelle in wenigen Zyklen zerstört. Die Zyklenlebensdauer (Shuttle-Effekt) ist extrem gering.
- Status: Grundlagenforschung / Luftfahrt-Prototypen (HALE-Drohnen), wo Gewicht kritischer ist als Lebensdauer.
Technischer Vergleich der Parameter / Zusammenfassung der Kennzahlen
Wissenschaftliches Fazit: Wissenschaftliche Studien des Fraunhofer ISI und Veröffentlichungen in Nature Energy zeigen deutlich, dass wir uns in einer Diversifizierungsphase befinden: Es wird nicht mehr "die eine" Batterie geben, sondern LFP/Na-Ion fĂŒr den gĂŒnstigen Massenmarkt und NMC/Solid-State fĂŒr das Premium-Segment. Die Batterieforschung hat sich von der Suche nach einem Material hin zum Interface-Engineering bewegt. Die Kontrolle der Grenzschichten (SEI bei FlĂŒssig-Elektrolyten, Fest-Fest-Kontakt bei SSB) entscheidet heute ĂŒber Marktreife oder Laborstadium.
Der Range Extender: Die âPowerbankâ fĂŒr dein Elektroauto
Stell dir vor, du bist mit deinem E-Auto unterwegs und der Akku wird leer â aber statt stehen zu bleiben, fĂ€hrst du einfach weiter. Genau das ermöglicht ein Range Extender (auf Deutsch: ReichweitenverlĂ€ngerer). Er ist wie ein eingebautes Notstromaggregat fĂŒr dein Auto.
Wie funktioniert das? (Ganz ohne Technik-Chinesisch)
In einem Auto mit Range Extender steckt zwar ein kleiner Benzinmotor, aber dieser funktioniert anders als bei einem normalen Auto oder einem Hybrid:
- Er treibt niemals die RĂ€der an: Der Benzinmotor hat keine mechanische Verbindung zu den Achsen.
- Er ist ein Generator: Seine einzige Aufgabe ist es, Strom zu produzieren.
- Die Arbeitsteilung: Das Auto fÀhrt immer mit Strom. Wenn die Batterie fast leer ist, springt der kleine Motor an, erzeugt Strom und schickt diesen direkt an den Elektromotor oder lÀdt den Akku ein wenig nach.
Der Vergleich: Es ist, als hĂ€ttest du beim Wandern eine Powerbank fĂŒr dein Handy dabei. Das Handy lĂ€uft weiterhin mit seinem Akku, aber die Powerbank sorgt dafĂŒr, dass ihm der Saft nicht ausgeht.
Warum ist das besser als ein normaler Hybrid?
Viele verwechseln das mit einem Plug-in-Hybrid. Hier ist der Hauptunterschied:
- Das FahrgefĂŒhl: Da immer der Elektromotor schiebt, hast du immer die volle, direkte Beschleunigung eines E-Autos â kein Ruckeln beim Gangwechsel, kein lautes Aufheulen des Motors beim Gasgeben.
- Einfacherer Aufbau: Da der Verbrenner nicht die RĂ€der antreiben muss, spart man sich komplizierte Getriebe. Das macht das System theoretisch leichter und gĂŒnstiger.
Die Vorteile auf einen Blick
- Keine Reichweitenangst: Du musst keine Angst haben, an einer defekten LadesÀule zu stranden. Notfalls tankst du einfach ein paar Liter Benzin an einer normalen Tankstelle.
- GĂŒnstigerer Preis: Da man fĂŒr den Notfall den Sprit-Motor hat, kann die schwere und teure Batterie im Auto etwas kleiner ausfallen. Das spart Geld beim Kauf und Gewicht beim Fahren.
- Ideal fĂŒr Reisen: Im Alltag fĂ€hrst du rein elektrisch und gĂŒnstig. Nur auf der Urlaubsreise hilft der Range Extender aus.
Warum hört man erst jetzt wieder davon?
FrĂŒher gab es Modelle wie den BMW i3, doch dann konzentrierten sich die Hersteller auf riesige Batterien. Aber:
- Boom in China: Dort sind diese Autos extrem beliebt, weil das Land riesig ist und es nicht ĂŒberall in lĂ€ndlichen Gegenden LadesĂ€ulen gibt.
- Neue Technik aus Deutschland: Die Firma ZF hat ein neues System entwickelt, das fast 700 Kilometer zusÀtzlicher Reichweite ermöglicht. Das ist fast doppelt so viel wie bei vielen heutigen E-Autos.
Das Fazit
Der Range Extender ist die perfekte âBrĂŒckeâ. Er bietet das lautlose, moderne FahrgefĂŒhl eines Elektroautos, nimmt dir aber die Sorge, jemals mit leerem Akku liegen zu bleiben.
Vor Kurzem gab es Neues bei Github. Nach langer Durststrecke ist es jetzt endlich wieder soweit:
Ford hat seinen Developer Adapter wieder aktiviert und prompt gibt es wieder einen funktionierenden Fordadapter fĂŒr ioBroker.
TA2k/ioBroker.ford: ioBroker Adapter for FordPass
Jetzt kann man endlich wieder auf die Daten des Autos zurĂŒckgreifen, um z.B. seine Wallbox abhĂ€ngig von Zeit und PV-Ertrag zu steuern. Auch werden wieder sehr interessante Erkenntnisse offengelegt und man kann UnregelmĂ€Ăigkeiten feststellen, die OTA-Updates verhindern, z.B. den SoC der LVB.