Das sehe ich etwas anders. Entscheidend für mich ist, wie oft reicht mir Reichweite an einem Tag nicht aus und ich muss tagsüber aufladen? Selbst das wäre für mich kein Problem, wenn ich zum Beispiel während der Arbeit aufladen kann. Also ist doch der Gradmesser, wie oft muss ich zusätzliche Zeit für das Laden in meinen Tagesablauf einplanen. Da kann ich für mich sagen, dass dies praktisch nur auf Urlaubsfahrten zutrifft. Ich nehme da mal die Strecke von mir nach Südtirol, das sind 600 km.Bei normaler Fahrweise (Richtgeschwindigkeit BAB) brauch ich im Sommer zusätzliche 35 - 40 min und im Winter so 50 min Ladezeit. Damit komme ich mit guter Restreichweite im Hotel an und lade dann wieder ohne Beinträchtigung meines Urlaubs über Nacht auf. Also wo ist das Problem.
Ich gestehe ein, dass es Fahrprofile gibt, für die BEVs heute noch keine Lösung bringen. Dazu gehört Hängerbetrieb und tägliche Fahrtstrecken weit jenseits von 500 km.
Über 70% der befragten Autofahrer in Deutschland geben ihre durchschnittliche tägliche Fahrleistung mit maximal 50 Kilometer an, weitere 17 % sagen, dass sie täglich zwischen 50 und 100 Kilometer mit dem Auto zurücklegen. Das sind Strecken, die viele aktuelle E-Auto-Modelle schon heute mit einer Ladung zurücklegen können. Damit ist die Reichweite von Elektroautos für den Großteil bereits für alltägliche Fahrten ausreichend. Allerdings haben Umfragen auch gezeigt, dass die Reichweitenansprüche der Deutschen an ein E-Auto deutlich höher sind als ihr tägliches Fahrpensum.
Den Rest hat juergenmf auf den Punkt gebracht. Manchmal passt ein BEV einfach nicht zum persönlichen Profil. Deshalb würde ich jedoch nicht Elektromobilität generell in Frage stellen.