Dieses Video von Stefan Lenz befasst sich kritisch mit dem tatsächlichen Nutzen einer Wärmepumpe in Elektroautos. Seine Kernaussage untergräbt den gängigen Mythos, dass eine Wärmepumpe ein unverzichtbares Feature für die Reichweite sei. Sehr sehenswert.
Kurz zusammengefasst: Bei einem Aufpreis von ca. 990 € (Beispiel VW) spart man bei 100.000 km ca. 500 kWh ein. Bei 0,32 €/kWh sind das 160 € Ersparnis. Die WP amortisiert sich also rein finanziell also fast nie, ist also wirtschaftlich fragwürdig.
Gut, im MME ist sie inzwischen Serie.
Ich habe dann mal weiter recherchiert, für meinen 21er Mach-E AWD 4X:
Auch wenn mein 2021er Mach-E keine Wärmepumpe hat, ist der Verlust an Reichweite marginal.
Die Aerodynamik, die Heizung der großen 88-kWh-Batterie selbst und vor allem die Fahrgeschwindigkeit haben einen Faktor 10 bis 20-mal höheren Einfluss auf die Reichweite als das Vorhandensein einer Wärmepumpe.
Die klassische Elektroheizung (PTC) im Mach-E macht das Auto extrem schnell warm (oft schneller als eine Wärmepumpe bei sehr niedrigen Temperaturen).
Bei der großen Batterie fällt der "Nachteil" der fehlenden WP noch weniger ins Gewicht als bei einem kleinen i3 (42 kWh).
Ein Einsparungspotenzial von ~1,5 kWh auf einer vollen Akkuladung ist in der Praxis kaum messbar, da schon ein leichter Gegenwind oder 5 km/h mehr Speed diesen Effekt sofort neutralisieren.
Für den 2021er Mach-E AWD ist die fehlende Wärmepumpe technisch zwar ein Effizienznachteil, in der realen Reichweite aber fast vernachlässigbar (ca. 10 km Differenz bei einer 300+ km Fahrt).
Oft kann man sich also den Aufpreis für eine WP im EV sparen, wenn sie extra geordert werden muss.
Wie beispielsweise beim Ford Explorer; da kostet sie ca. 1.050 € Aufpreis.